„Wenn sie gesund bleiben, ist vieles möglich“

Michael, die WM in Rotterdam und die Youth Olympic Games in Dakar rücken näher. Was passiert in den letzten Wochen vor einem Großevent im Training – und worauf kommt es jetzt besonders an?

Grundsätzlich sieht die Vorbereitung bei Gino und Samuel sehr ähnlich aus. Nach der EM haben wir bei beiden eine kleine „Low-Phase“ eingelegt, in der sie etwas weniger intensiv trainieren konnten. Eine richtige Pause war aufgrund des dichten Terminplans leider nicht möglich.

Jetzt wird die Intensität wieder deutlich gesteigert. Die Jungs haben einige richtig harte Trainingswochen vor sich. Danach geht es in der unmittelbaren Vorbereitung auf die Großereignisse verstärkt um Qualität und Perfektion. Unser Ziel ist es, dass sie zum richtigen Zeitpunkt ihre bestmögliche Leistung abrufen können – Gino bei der WM und Samuel bei den Youth Olympic Games.

 

Mit Gino Vetter bei der WM und Samuel Wachter bei den Youth Olympic Games stehen zwei Vorarlberger Turner vor ihren großen Saisonhöhepunkten. Wie beurteilst du ihre Entwicklung und was traust du ihnen zu?

Die Entwicklung sieht bei beiden sehr gut aus. Gino wird immer konstanter und versucht mit Blick auf die Olympia-Qualifikation im kommenden Jahr, seine Übungen noch etwas schwieriger zu gestalten. Entscheidend wird sein, dass er gesund bleibt und wir in dieser Form weiterarbeiten können.

Bei Samy sieht es ähnlich aus. Er ist in seinen Übungen bereits sehr stabil. Gleichzeitig versuchen wir, die Schwierigkeiten Schritt für Schritt zu erhöhen, damit er später auch bei den Eliteturnern international mithalten kann.

Natürlich werden wir seine Entwicklung weiterhin genau beobachten. Wenn alles entsprechend verläuft, wollen wir auch bei ihm langfristig die Olympia-Qualifikation in den Fokus nehmen.

 

Wenn du über die kommenden Großereignisse hinausblickst: Wo steht der Vorarlberger Kunstturnsport aktuell – und was macht dich mit Blick auf die nächste Generation besonders zuversichtlich?

Ich glaube, dass wir derzeit eine sehr gute Generation haben. Gleichzeitig stehen wir mit diesen Jungs noch am Anfang ihrer Entwicklung. Sie müssen noch viele Schritte machen und Erfahrungen sammeln.

Im Training versuchen wir, die richtige Mischung zu finden: Wir brauchen harte und intensive Einheiten, gleichzeitig soll aber auch der Spaß am Turnen nicht verloren gehen. Eine der größten Herausforderungen ist es, die Athleten langfristig gesund zu halten. Gerade im Spitzensport ist das immer eine Gratwanderung.

Was mich sehr positiv stimmt, ist die Motivation der Jungs. Sie wollen sich weiterentwickeln, sie arbeiten hart und ziehen sehr gut mit. Wenn wir diesen Weg gemeinsam weitergehen können und sie gesund bleiben, ist in den kommenden Jahren vieles möglich.